andererseits: Für mehr Inklusion im Journalismus
Jänner 5, 2026|RW
andererseits ist ein Best Practice Beispiel der Wiener Medieninitiative – erweitert den Blick im Journalismus: mit Perspektiven von Menschen, die oft übersehen werden. In der Redaktion arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe, selbstbestimmt und fair bezahlt. Weil die Community das Medium trägt, bleibt andererseits unabhängig – und bringt mehr journalistische Vielfalt in die Medienlandschaft Wiens und Österreichs.
Hier stellt die Redaktion sich und ihre Arbeit selbst vor:
Was ist andererseits?
andererseits ist das erste österreichische Medium, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt zusammenarbeiten. Wir erzählen dir von der Welt, sodass du sie verstehen kannst. Wir geben dem Journalismus zurück, was ihm fehlt: die Perspektiven der Menschen, die er ausschließt. Unser Ziel ist es, dass Journalist*innen selbstbestimmt arbeiten und fair bezahlt werden. Wir sind unabhängig, denn wir finanzieren uns durch unsere Community.
Was hat die Wiener Medieninitiative zu eurem Projekt beigetragen?
Die Wiener Medieninitiative hat uns das wichtige Startkapital zur Gründung einer GmbH bereitgestellt. Darüber hinaus erhielten wir etwas Unbezahlbares: das Wissen, dass unser Projekt die Expert*innenjury überzeugt hat.
Warum hat euer Journalismus in Wien bisher gefehlt?
Obwohl 15 bis 20 Prozent der Menschen in Österreich mit einer Behinderung leben, gibt es bislang nur sehr wenige Journalist*innen mit Behinderung. andererseits verändert das. Denn wir sind überzeugt: Je vielfältiger die Perspektiven in Redaktionen, desto besser und relevanter wird Journalismus. Genau deshalb braucht es den Journalismus von andererseits.
Wie zeigt sich, dass euer Projekt erfolgreich ist?
Wir haben drei Ziele: Erstens wollen wir inklusiv arbeiten, das heißt, alle sollen mitmachen dürfen. Wir wollen unabhängigen Journalismus machen, das heißt, wir bestimmen, was wir berichten. Und wir wollen faire Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderungen schaffen. Wir haben dann Erfolg, wenn wir alle drei Ziele erreicht haben. Besonders wichtig dafür ist eine stabile Finanzierung.
Was ist euer Geschäftsmodell? Funktioniert es?
Unser Geschäftsmodell basiert auf drei Säulen. Die wichtigste ist unsere Community: Menschen, die uns mit einer Mitgliedschaft unterstützen und unsere Inhalte lesen. Bei unserer Crowdfunding-Kampagne haben wir mit ihrer Hilfe 40.000 Euro erzielt. Wer dabei sein möchte, kann dies über unsere Website tun. Außerdem veranstalten wir Events, bei denen wir mit Unternehmen im Rahmen von Sponsorings zusammenarbeiten. Ein weiterer Teil unseres Umsatzes stammt aus Kooperationen mit anderen Medien und Unternehmen.
Leistungen der Wirtschaftsagentur Wien
2022 und 2023 gefördert in der Förderung Medienprojekte in Wien – Wiener Medieninitiative
