Minimist: Mit KI die Kreislaufwirtschaft digitalisieren
August 12, 2025|KW
Secondhand boomt – doch nur ein Bruchteil gebrauchter Waren landet online. Nicht, weil es an Nachfrage fehlt, sondern weil der digitale Verkaufsprozess für Händler*innen oft zu aufwendig ist. Das Wiener Startup Minimist hat dafür eine Lösung entwickelt.
Mit einer KI-gestützten App werden gebrauchte Produkte schnell und effizient gescannt, kategorisiert und mit allen relevanten Produktinformationen auf Online-Plattformen hochgeladen. Ein smartes Tool, das Zeit spart, den Handel mit Gebrauchtwaren wirtschaftlich attraktiver macht und zugleich die Kreislaufwirtschaft stärkt – ein Bereich, in dem Wien gezielt Innovation fördert, um ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Stärke zu verbinden.
Laut Anna Greil, Mitgründerin und COO von Minimist, schaffen es weniger als zehn Prozent von verfügbaren Secondhand-Artikeln auf Online-Plattformen – zu aufwendig sind die Prozesse rund um Fotografie, Beschreibung, Preisfindung und Kategorisierung.
Hier setzt Minimist an. Das Wiener Startup hat eine Scan-Technologie entwickelt, die physische Artikel in Sekundenschnelle in verkaufsfertige Online-Angebote verwandelt. Von Marke und Größe bis hin zu Preisvorschlägen und Produktbeschreibungen – sämtliche Informationen werden mithilfe künstlicher Intelligenz automatisch generiert. Kund*innen aus ganz Europa, von Vintage-Stores bis hin zu Wohltätigkeitsorganisationen, setzen bereits auf die Software, mit spürbarem Einfluss auf Reichweite und Umsatz.
„Unser Ziel ist es, den Verkauf von Secondhand-Waren zu vereinfachen und Händler*innen fit für den digitalen Markt zu machen. In Zeiten rückläufiger Frequenz im stationären Handel ist Sichtbarkeit im Netz entscheidend.
Anna Greil
Wien? „Aber sicher!“
Bei der Standortwahl nahmen die Gründer*innen von Minimist – sie haben einen internationalen Background - europäische Startup-Hotspots genau unter die Lupe. Am Ende machte Wien vor London, Berlin oder Stockholm das Rennen. Die Stadt bot genau die richtige Mischung für ein technologiegetriebenes Unternehmen: attraktive öffentliche Förderungen, hervorragend ausgebildete Fachkräfte dank renommierter Universitäten, ein dichtes Netzwerk an Secondhand-Läden als Pilotpartner*innen und ein Umfeld, das an nachhaltigen Entwicklungen und Kreislaufwirtschaft ein starkes Interesse zeigt.
„Wien bietet ideale Rahmenbedingungen für Early-Stage-Startups – insbesondere im Impact-Bereich“, erklärt Anna Greil. Besonders wertvoll sei der einfache Zugang zu öffentlichen Fördermitteln, die Gründer*innen nicht nur schnelle und leistbare Unterstützung bieten, sondern den Einstieg in die Selbstständigkeit erheblich erleichtern. Auch das Umfeld spielt für sie eine zentrale Rolle: Die Wiener Startup-Community ist eng vernetzt, offen und unterstützend. „Hier ist man nicht einfach nur ein Name auf einer Liste – die Leute wollen wirklich, dass du Erfolg hast“, betont Greil.
Ein weiteres Ass im Ärmel: Wiens hohe Lebensqualität, die besonders beim internationalen Recruiting punktet. „Wenn wir Bewerber*innen fragen, ob sie sich einen Umzug nach Wien vorstellen könnten, hören wir fast immer: ‚Auf jeden Fall‘“, erzählt Anna.
Wie geht es für Minimist weiter?
Nach einer erfolgreichen Pre-Seed-Finanzierungsrunde von 350.000 Euro nimmt das in Wien ansässige Start-up für Machine Learning nun die nächste Wachstumsphase ins Visier. Ganz oben auf der Agenda steht die Entwicklung eines Cross-Listing-Tools, mit dem Produkte gleichzeitig auf mehreren Plattformen gelistet werden können, was den Verkaufsprozess für Anbieter*innen weiter vereinfacht.
Gleichzeitig will das Team seine Marke weiter aufbauen, die Community stärken und den Beitrag zur Kreislaufwirtschafut ausbauen - mit dem Ziel, Wiederverwendung für Unternehmen und Verbraucher*innen noch attraktiver und skalierbarer zu gestalten.
Annas Rat an angehende Gründer*innen in Wien? „Nutzt das Ökosystem – aber lasst euch nicht davon überwältigen. Und nehmt auf jeden Fall Mentoring-Programme in Anspruch."


ViennaUP als Startrampe
Wie viel Potenzial Wien für Minimist bereithält, wurde Gründer Stephan Hofmann, der in Neuseeland aufwuchs, klar, als er 2024 am von der Wirtschaftsagentur Wien ins Leben gerufenen Startup-Festival ViennaUP teilnahm. Dort traf er auf einen der späteren Investor*innen des Unternehmens – ein Schlüsselmoment, der zeigt, wie gut Wien Ideen, Kapital und Talent zusammenbringt.
Einmal im Jahr verwandelt ViennaUP die Stadt in eine Bühne für Gründer*innen, Investor*innen und Changemaker aus aller Welt. Das Festival macht das Wiener Startup-Ökosystem international sichtbar und ist ein Katalysator für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Wirkung neuer Projekte – ganz im Sinne einer Stadt, die auf Innovation, Verantwortung und das Wohl aller setzt.
Minimist
Leistungen der Wirtschaftsagentur Wien
Gefördert in der Förderung Vienna Planet Fund
Vienna Planet Fund